Vorwärts

Ich wollte nie wie all die Ander’n sein.
Ich weiß besser, was ich will.
Das entscheide ich allein.
Wer ich bin und was mit mir passieren wird – entscheide ich alleine.
Lass Brücken brennen und Herzen glühen.
Nie zurück, nur nach vorne gehen.

Niemand kann mir diktieren, wohin es für mich geht.
Niemand über den Wolken und niemand der hier unten lebt.

-Broilers: Nur nach vorne gehen-

Am Mittwoch war ich in Hannover um frische Blumen auf C`s Grab zu legen. Es fühlt sich nicht wie ein Jahr an. Wie Wochen oder wenige Monate aber niemals wie ein  ganzes Jahr. Und trotz allem war es ein schöner Tag. Kein trauriges Blumen hinlegen und wieder gehen sondern N. und ich haben uns vor das Grab auf den Boden gesetzt und geredet. Erinnerungen wiederbelebt und Erlebnisse mit C. ausgetauscht. Und es war schön einfach dort zu sitzen, zu reden und ab und zu auch einfach zu schweigen während uns die Sonne ins Gesicht scheint.

Die Tage sind vollgepackt mit Plänen und Terminen. 4 Tage in HE haben den kleinen Held und mich gesundheitlich völlig aus der Bahn geworfen. Rotaviren sind alles andere als ein Spaß. Aber wir haben es überstanden und sind wieder wohlauf. Ich hab wieder angefangen Bewerbungen zu schreiben. Nächste Woche lasse ich mich im Tattoostudio wegen meines 1. Tattoo Wunsches beraten. Mindestens 1 Piercing ist für den nächsten Monat noch geplant. Heute Abend sind der große Held und ich auf dem StS Konzert. Langeweile kommt kaum auf und wenn doch sind es wie immer die Bücher die mich in ihre eigenen Welten entführen und mich durch die Geschichten leiten. Die kleinen  und größeren Einbrüche die immer wieder kommen und gehen machen mir nach wie vor Angst aber sie lähmen mich nicht mehr. Der Blick nach vorne statt stetig zurück fällt mir immer leichter und so freue ich mich auf England dieses Jahr, fiebere meiner ersten Tättowierung entgegen, schmiede Pläne und versuche es immer wieder und immer weiter. Wenn es auf die eine Art nicht geht dann probiere ich die nächste aus. Nicht mehr nur für andere sondern immer mehr für mich selbst.

Unbenannt

Herzschlag.Atemzug.

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Copyright: Infinitas

5 Tage Besuch vom Lieblingsfuchs gingen viel zu schnell vorbei. Tage voll Herzwärme und Freundschaft und Zusammenwachsen.

  • Gespräche
  • viel lachen und Spaß
  • fachsimpeln
  • Lumumba und Captain Morgan
  • Sch`tis
  • Felix Römer
  • Broilers
  • Haudegen
  • Bücher
  • Shoppen
  • Once upon a time
  • kochen
  • spazieren gehen
  • fotografieren
  • Wind und Regen
  • Kaffee
  • planen und überlegen
  • erinnern und klären
  • Füchse und Prinzen

221 b

Unbenannt

Watson: Das war verblüffend.
Holmes: Ja, finden Sie?
Watson: Natürlich, es war eindrucksvoll. Wirklich eindrucksvoll.
Holmes: Das bekomme ich selten zu hören.
Watson: Was bekommen Sie sonst zu hören?
Holmes: Verpiss dich.

aus „Sherlock“, Staffel 1 Episode 1

Noch ein Leben

„Dass du die Antwort schuldig bleibst
Und so die Trauer nie vertreibst
Ist rücksichtslos und tut genau den Falschen, die dich brauchten, weh
Zu spät, um dir zu zeigen, was du hier versäumst
Wie man hofft und träumt
Kannst du dir denn verzeihn
Ich wollte keine Drachen fallen sondern steigen sehn

Du hast dein Ende selbst gewählt
Hast dich mit leben so gequält

…..

Ich wünsch die noch ein Leben
Mit einer fairen Chance“

-Pur: Noch ein Leben-

Eine gewisse Teilnahmslosigkeit hält Einzug. Meine Gedanken sind woanders. Ich hatte gehofft wenn ich heute aufwache ist alles vorbei. Dann stellt sich raus es war nur ein schlimmer Traum, ein ganz übler Scherz, ganz egal. Hauptsache vorbei. Stattdessen geht es um das Thema Beerdigung. Wann sie stattfindet und wer hingehen wird. Sich darüber überhaupt Gedanken machen zu müssen fühlt sich so unsagbar falsch an. Immer wieder erwische ich mich dabei wie ich plötzlich irgendwo in der Wohnung sitze und weine weil mir dann plötzlich klar wird dass Coco wirklich weg ist.

Ich denke an Dich Liebes, wo auch immer du jetzt bist. Wir sehen uns wieder.

Nein!

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Es gibt keine Worte die annähernd beschreiben was ich fühle in dieser Situation. Es gibt nichts was es besser macht und keine Gründe irgendwas schön zu reden. Ein Mensch ist tot, gestorben weil die Angst vor dem Leben, der Zukunft und dem Ungewissen am Ende größer war als Mut oder Hoffnung. Ein Mensch ist freiwillig gegangen weil es Dinge gibt die die Seele leiden lassen und in so tiefe Verzweiflung stürzen dass man einfach keine andere Möglichkeit mehr sehen kann als den Tod.
Ein Mensch, eine FREUNDIN hat ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt und hinterlässt Trauer, Fassungslosigkeit und Wut.

Liebe Coco,

weißt du wie gerne ich dir jetzt in den Hintern treten würde für die Scheiße die du gebaut hast? Ich meine im Ernst jetzt? So gehst du? Ist das nicht im Endeffekt ziemlich feige und vorallem hast du dafür nicht eigentlich schon viel zu viel gekämpft? All die Klinikaufenthalte, all die Therapien. Ich weiß das es schwierig und anstrengend und zermürbend ist aber darum aufgeben? Einfach so zu gehen ist egoistisch und trotzdem kann ich dir nicht richtig böse sein. Ich wünschte mir nur du hättest es weiter versucht. Und es gibt so viel was mich schockiert an deiner Tat. Der Zeitpunkt, die Tatsache dass du es kurz vorher schon versucht hast, es anderen mitgeteilt hast und niemand gehandelt hat, das Wissen dass du 2 Tage lang tot in deinem Zimmer gelegen hast bis man dich gefunden hat. So etwas hast du nicht verdient. Mir fehlen einfach die Worte um die zu sagen was ich fühle. Aber du wirst mir fehlen, deine Art, dein lachen, deine Kreativität. Das Schrille was man von dir kannte. Ich und die Liebste werden heute Abend eine Kerze für Dich anzünden. Ich hoffe dort wo du nun bist geht es Dir besser und du musst keine Angst mehr haben.

Ich hab dich lieb.
Jenni