Noch ein Leben

„Dass du die Antwort schuldig bleibst
Und so die Trauer nie vertreibst
Ist rücksichtslos und tut genau den Falschen, die dich brauchten, weh
Zu spät, um dir zu zeigen, was du hier versäumst
Wie man hofft und träumt
Kannst du dir denn verzeihn
Ich wollte keine Drachen fallen sondern steigen sehn

Du hast dein Ende selbst gewählt
Hast dich mit leben so gequält

…..

Ich wünsch die noch ein Leben
Mit einer fairen Chance“

-Pur: Noch ein Leben-

Eine gewisse Teilnahmslosigkeit hält Einzug. Meine Gedanken sind woanders. Ich hatte gehofft wenn ich heute aufwache ist alles vorbei. Dann stellt sich raus es war nur ein schlimmer Traum, ein ganz übler Scherz, ganz egal. Hauptsache vorbei. Stattdessen geht es um das Thema Beerdigung. Wann sie stattfindet und wer hingehen wird. Sich darüber überhaupt Gedanken machen zu müssen fühlt sich so unsagbar falsch an. Immer wieder erwische ich mich dabei wie ich plötzlich irgendwo in der Wohnung sitze und weine weil mir dann plötzlich klar wird dass Coco wirklich weg ist.

Ich denke an Dich Liebes, wo auch immer du jetzt bist. Wir sehen uns wieder.

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Nein!

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Es gibt keine Worte die annähernd beschreiben was ich fühle in dieser Situation. Es gibt nichts was es besser macht und keine Gründe irgendwas schön zu reden. Ein Mensch ist tot, gestorben weil die Angst vor dem Leben, der Zukunft und dem Ungewissen am Ende größer war als Mut oder Hoffnung. Ein Mensch ist freiwillig gegangen weil es Dinge gibt die die Seele leiden lassen und in so tiefe Verzweiflung stürzen dass man einfach keine andere Möglichkeit mehr sehen kann als den Tod.
Ein Mensch, eine FREUNDIN hat ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt und hinterlässt Trauer, Fassungslosigkeit und Wut.

Liebe Coco,

weißt du wie gerne ich dir jetzt in den Hintern treten würde für die Scheiße die du gebaut hast? Ich meine im Ernst jetzt? So gehst du? Ist das nicht im Endeffekt ziemlich feige und vorallem hast du dafür nicht eigentlich schon viel zu viel gekämpft? All die Klinikaufenthalte, all die Therapien. Ich weiß das es schwierig und anstrengend und zermürbend ist aber darum aufgeben? Einfach so zu gehen ist egoistisch und trotzdem kann ich dir nicht richtig böse sein. Ich wünschte mir nur du hättest es weiter versucht. Und es gibt so viel was mich schockiert an deiner Tat. Der Zeitpunkt, die Tatsache dass du es kurz vorher schon versucht hast, es anderen mitgeteilt hast und niemand gehandelt hat, das Wissen dass du 2 Tage lang tot in deinem Zimmer gelegen hast bis man dich gefunden hat. So etwas hast du nicht verdient. Mir fehlen einfach die Worte um die zu sagen was ich fühle. Aber du wirst mir fehlen, deine Art, dein lachen, deine Kreativität. Das Schrille was man von dir kannte. Ich und die Liebste werden heute Abend eine Kerze für Dich anzünden. Ich hoffe dort wo du nun bist geht es Dir besser und du musst keine Angst mehr haben.

Ich hab dich lieb.
Jenni

Geschützt: …

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Ich stehe neben mir. Erlebe alles durch einen Nebel als hätten die Welt um mich herum und ich mich irgendwie voneinander gelöst. In diesem Zustand habe ich heute fast die Küche in Brand gesetzt.  Dinge getan von denen ich hinterher nicht mehr wusste ob sie gerade wirklich getan habe oder alles schon vorher so war. Die ganze Geschichte hat mich da getroffen wo es am meisten wehtut, wo die größte Angst sitzt, und wo ich einfach nie wieder berührt werden wollte. Die  Folgen sind längst zu spüren. Und ich frage mich wie das irgendwie zu reparieren sein soll. Ich weiß nicht was ich glauben kann weil vieles mir so wiedersprüchlich erscheint. Und ich muss mich zwangsweise fragen was passiert wäre wenn ich erstmal still geblieben wäre um zu beobachten wie es weitergeht. Im nächsten Moment bin ich nur maßlos enttäuscht und verletzt und im übernächsten Moment so von negativen Gedanken zerfressen dass ich nur still verharren kann weil jede Bewegung und jedes Wort zu mühsam scheint. Weil die letzte Nacht so sehr an jedem Fortschritt der letzten 5 Jahre erschüttert hat. Vertrauen, Selbstliebe, Glaube, Normalität,… weil all das jetzt wieder stark angeschlagen ist.

Die Sätze haben sich in mein Gehirn eingebrannt und tauchen fast im Minutentakt immer wieder vor meinem geistigen Auge auf. Dann denke ich zwischendurch wieder dass ich doch einfach nur dämlich bin und frage mich wieso ich mir eigentlich in den letzten Tagen noch Gedanken gemacht habe. Wieso ich überlegt habe wie kann ich ihn aufmuntern weil er in letzter Zeit ein wenig angeschlagen wirkte und wieso ich dann auch noch eine Idee hatte was ich machen kann und die eigentlich so schnell wie möglich umsetzen wollte.

Das wird so schnell nicht zu kitten sein. Es tut weh und wird noch weiterhin wehtun.